Zwischen Palmen und Flamingos

Remote Work meets Zeitverschiebung. Ein Interview mit unserer HR-Managerin Terry aus der Karibik.

Christoph Rücker
Christoph Rücker
, 25. May 2021
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Terry befindet sich zur Zeit auf Bonaire. Als sie mir im Vorfeld davon erzählt, nicke ich fachmännisch und rufe unauffällig und heimlich Google Maps auf. 7924 Kilometer liegen zwischen Ambient Innovation und der im Norden Venezuelas liegenden Karibikinsel. Ein Traum!

Ich sehe Menschen, die auf Pferden durchs Meer reiten und Flamingos am weißen Sandstrand.
Zeitgleich gleitet mein Blick nach links nach draußen. Regentropfen rinnen langsam die Scheibe herunter. 16 Grad. Hallo Deutschland. Ortsunabhängig zu arbeiten, bedeutet für die meisten wie mich: Homeoffice.

Ich freue mich sehr auf unser Interview. Remote via Microsoft Teams natürlich.

Hi Terry! Schön dich zu sehen!
Zu aller erst: Wir haben jetzt 9 Uhr morgens. Wie spät ist es bei dir und wann bist du aufgestanden?

Bei mir ist es jetzt 3 Uhr morgens und aufgestanden bin ich um 2 Uhr. Das war allerdings nicht schwer, weil ich von Anfang an geplant hatte, in der deutschen Time Zone zu bleiben. Das Gute daran ist, ich habe gar keinen Jetlag.

Spätestens nach zehn Minuten Instagram-Konsum träumt so manch einer von Co-Working Cafés auf Bali oder in der Karibik. Kannst du mir erzählen, wie du zu dem Entschluss kamst, nach Bonaire zu reisen?

Ich habe auf Bonaire ein paar Freunde, die mich eingeladen und dafür gesorgt haben, dass ich direkt nach der Ankunft einen Bungalow hatte. Coronabedingt ist es momentan schwer überhaupt zu reisen.
Ich war vor 8 Jahren schon mal auf Bonaire und konnte mich daran erinnern, dass die Insel im Vergleich zu Aruba oder Curacao (ABC-Inseln) recht klein ist.

Hier drüben gibt es daher kein Corona mehr und fast die ganze Bevölkerung ist bereits geimpft. Das klang für mich safe! Außerdem wollte ich dem Alltag in Deutschland entkommen. Ich brauchte einfach mal etwas Abwechslung.

Du hast keinen Urlaub beantragt. Sprich du arbeitest Vollzeit remote. Quasi bist du auf Workation. Gab es Herausforderungen bezüglich der Kommunikation im Vorfeld mit Ambient?

Das war ganz easy. Ich habe mich mit meinem Team (TNT) abgestimmt und dann meine Idee bei Dennis (einem unserer Geschäftsführer) gepitcht. Digitalisierung und moderne Tools sind bei Ambient ja gang und gäbe.

Im Grunde ist die Aktion ein Pilot, weil wir mit so einem großen Zeitunterschied noch nicht gearbeitet haben. Trotzdem wurde mir die Chance gegeben zu zeigen, dass es möglich ist, wenn man den nötigen Drive hat.

Was für technische Voraussetzungen benötigst du, um deinen Arbeitsalltag zu bestreiten?

Ich habe meinen Laptop mitgenommen und mich im Voraus darüber informiert, wo ich eine stabile Internetverbindung habe. Mehr braucht es nicht, um remote zu arbeiten. Das nötige Equipment für Remote Work wurde mir von Ambient schon zum Einstieg gestellt, sodass ich hier nichts weiter vorbereiten musste.

Beschreibe bitte einmal deinen Arbeitsplatz. Hast du dir ein festes Umfeld geschaffen oder bist du mobil?

Ich wohne in einem Resort, das überall auf dem Gelände Wifi anbietet. Für mich ist es daher egal, ob ich am Pool, an der Bar, einer Hollywoodschaukel oder unter den Palmen arbeite. Ich bin relativ flexibel. Hauptsache, ich habe eine ruhige Umgebung und kann mit den Bewerberinnen und Bewerbern Interviews führen.

Mein Kopf ist voller bunter Bilder. Ich gebe zu, da wird ganz vielleicht das ein oder andere Klischee dabei sein.
In meiner Vorstellung sitzt du mit dem Laptop und einem kühlen Kokos-Shake am Strand. Mails beantworten und ab ins warme Salzwasser.
Kannst du mir etwas über deinen Arbeitsalltag erzählen?
Hast du Routinen?

Mein Alltag auf Bonaire beginnt gegen 2-3 AM. Ich setze mich meistens in die Hollywoodschaukel auf der Veranda meines Bungalows und checke meine Mails. Meine Routine ist meine Mittagspause ca. 7 Uhr morgens.
Da spring ich dann erstmal in unseren Pool direkt vor der Haustür.
In der Nähe vom Resort steht oft ein Coconut Truck. Dort werden die Kokosnüsse mit einer Machete aufgeschlagen, sodass man das Kokoswasser trinken kann. Das ist das Highlight der Mittagspause.

Anschließend wird wieder gearbeitet und sobald hier die Mittagszeit beginnt, habe ich Feierabend. Ich denke, man muss nicht unbedingt so früh aufstehen und sich komplett an die deutsche Zeit halten, wenn man sich mit dem Team abstimmt und gemeinsam eine passende Lösung findet. Für mich war jedoch klar, dass ich die Kandidatinnen und Kandidaten zu einer für sie angenehmen Zeit kennen lernen möchte.

Hat sich dein Arbeitsalltag verändert?

Ja und nein, der Alltag hat sich in der Hinsicht verändert, dass ich jeden Tag mit meinen Friends auf dieser Insel arbeite und Zeit verbringe… Aber die Arbeit selbst ist genau wie vorher.

Remote Work bedeutet ortsunabhängig und häufig abseits des Teams zu arbeiten. Welche Tools benutzt du, um im Kontakt mit deinem Team zu bleiben?

Ich benutze die gleichen Tools, die ich auch daheim nutzen würde. Wir halten den Kontakt hauptsächlich über MS Teams und natürlich per E-Mail.

Was ist herausfordernd an deinem Alltag bisher?

Es ist schon etwas tricky abends relativ früh ins Bett zu gehen und sich nicht an die Time Zone auf der Insel zu gewöhnen. Es gibt so viele Parties, auf denen man schon gern mal dancen mag. Man kann auch nicht immer draußen arbeiten, weil es starken Wind am Strand gibt oder es plötzlich richtig heftig anfängt zu regnen. Ich musste mich auch erstmal an die Tiere gewöhnen, die nachts oder am frühen Morgen aufgetaucht sind, wie zum Beispiel Papageien oder Mücken.

Kannst du mittlerweile ein Resümee ziehen? Was gefällt dir am meisten?

Es ist wirklich erstaunlich, wie wundervoll es ist, von einem so paradiesischen Ort zu arbeiten. Jeder Tag hier drüben kommt mir so einzigartig vor. Die Freiheit und Flexibilität ist für mich das schönste und ich liebe es nach der Arbeit zum Beach zu fahren. Das Arbeiten und der Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen hat sich aber nicht verändert. Wir reden genauso häufig wie sonst. Ich bin auch extrem motiviert, weil ich weiß, dass Ambient und mein Team komplett hinter mir stehen. Diesen Spirit findet man nicht in jeder Firma.

Wichtig ist allerdings ein gewisses Maß an Struktur und Selbstdisziplin zu haben. Nicht jeder Mensch könnte so früh aufstehen und im Dunkeln mit der Arbeit beginnen. Das ist auch vollkommen ok. Nur sollte man dann vielleicht nicht so sehr von der Time Zone daheim abweichen. Es ist auch wichtig, so eine Workation vor der Abreise richtig zu planen. Schließlich funktioniert Remote Work nicht ohne eine stabile Internetverbindung und einer ruhigen Umgebung.

Jetzt mache ich mir Sorgen. Kommst du wieder zurück zu uns?

Ich bin zwar ein Freigeist, aber ich habe auch echt gerne live Kontakt mit meinen Kolleginnen und Kollegen. Außerdem ist unser Office in Köln verdammt cool! Daher werde ich versuchen eine Balance zu finden zwischen Workation und der Arbeit in Deutschland. Es ist klasse zu wissen, dass ich meinen Lifestyle genau so gestalten kann, wie ich möchte. Ich hatte noch nie so viel Freiheit und Flexibilität im Arbeitsleben. I’m living my dream.

Liebe Terry,

vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir noch einen produktiven und schönen Arbeitstag.
Wir sehen uns in ein paar Wochen. Aloha!